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Willkommen auf unserer Seite! > Reiseberichte von unserer Weltreise 02.08.2010-20.09.2011 > Transsib

Transsib


12.08.2010:

Am Samstag Abend ging es los mit der Transsibierischen Eisenbahn vom Bahnhof in Moskau. Meine Aufregung war gross, weil die Fahrt mit der Transsib schon lange mein Traum war. Am Bahnhof hat man schon gesehen, wer sich mit auf die Fahrt wagt, es gab viele mit Ihrem Backpack die mit uns warteten. Darunter auch David, ein Amerikaner. Zu ihm aber spaeter mehr.
Zuerst mussten wir fast den ganzen Bahnsteig entlanggehen, Junge Junge ist die Transsib lange. In unserem Abteil angekommen, warteten schon ein Russe mit seiner Mutter. Die beiden konnten kein englisch und wir ja nur unsere 3 Woerter russisch. War wirklich schade, dass man nicht wirklich mehr ueber die beiden erfahren hat.



 Unser Abteil ist in einem sehr modernen Zustand. Die Wagons sind wohl erst 2-3 Jahre alt. Jedes Abteil hat 4 Betten- jeweils 2 uebereinander. Unsere Zugbegleiterin hat uns gleich mal die Tickets abgenommen, (sie konnte uebrigens englisch, und zwar "thank you") :-) was uns sehr merkwuerdig vorgekommen ist, aber unsere beiden Mitfahrer haben uns signalisiert, dass das schon in Ordnung ist.
Von den Braenden haben wir nichts mitbekommen, obwohl wir wohl ziemlich nahe dran vorbeigefahren sind. Im Zug ist die Luft bedeutend besser als in Moskau :-)
Bis Irkutsk (am Baikalsee) hatten wir ueber 4.800km vor uns. Jeden Tag haben wir unsere Uhr 1-2 Stunden nach vorn gestellt. Irkutsk liegt 5 Stunden vor Moskau-Zeit und 7 Stunden vor Deutschland. Im Zug kann man ziemlich durcheinander kommen, weil die Zeit immer in Moskau-Zeit angegeben wird, wir dagegen hatten unsere Uhren immer angepasst. Selbst an den Bahnhofsuhren bei Zwischenhalten wurde nie die Ortszeit sondern immer Moskau-Zeit angegeben.
Der Tag in der Transsib besteht hier aus ausschlafen, lesen und den Plan der Transsib kontrollieren, wann der naechste Halt kommt. Ganz wichtig ist es auch zu wissen, wie lange der Halt ist. Der Zug faehrt naemlich ohne grosse Vorwarnung weiter. Irgendewann winkt die Zugbegleiterin (ihr erinnert Euch an ihre Englischkenntnisse....) dass es weitergeht und dann ist man besser nicht allzuweit entfernt.

Wir haben hier viel Zeit auszuspannen und die Landschaft Sibieriens zu geniessen. Wenn die verschiedenen Gebiete am Abteilfenster vorbeiziehen, gibt einem das einen Einblick in die Weite und Vielfaeltigkeit der sibierischen Natur.

Im Zug haben wir Franzi und Markus und 2 weitere Deutsche getroffen, mit denen wir abends im Speiswagen das eine oder ander Bier genossen haben. Natuerlich durfte auch der russische Wodka nicht fehlen. Markus spricht russisch und ueber ihn haben wir erfahren, dass unsere neuen russischen Abteilmitreisende (sie sind in Perm zugestiegen) sich ueber uns wundern, dass wir nach Russland kommen ohne Russischkenntnisse. Fuer Russen ist es wohl ziemlich unverstaendlich, dass jemand kein russisch spricht. Kein Wunder, man muss als Russe ziemlich weit reisen, bis man in ein Land kommt, in dem kein russisch gesprochen wird.




13.08.2010:

Ganz lecker sind auch die Sachen, die es auf den Bahnsteigen bei Zwischenhalten gibt. Hier stehen Bauersfrauen und bieten ihre hausgemachten Spezialitaeten an. Ganz haeufig gibt es Teigtaschen mit verschiedenen Fuellungen oder frisches Gemuese. Ausserdem gab es gerollte Waffeln gefuellt mit Karamel-richtig klasse. Zuerst hatte ich mich nicht an einen geraeucherten Fisch getraut, bei einem der naechsten Stops konnte ich aber nicht widerstehen. Es war ein geraeucherter, getrockneter Karpfen und er war herrlich. Und wir haben immer alles sehr gut vertragen. So laesst sichs aushalten, was? :-)
Auf der Fahrt haben wir auch die Grenze zwischen Europa und Asien passiert. Es gibt wohl einen Grenzobelisk, den wir aber leider bei der naechtlichen Fahrt verpasst haben.





Tipp des Tages: Da es im Zug ja nur eine kleine Waschzelle mit Toilette und keine Dusche gibt, muss hier etwas improvisiert werden. Wir haben einfach eine Kunststoffflasche mit Wasser gefuellt und uns damit geduscht. In der Waschzelle gibt es einen Abfluss, durch den das Wasser dann ablaeuft. Und schon fuehlt man sich wie neu geboren :-)

Ausserdem noch eine russische Trinkregel: Wenn der Wodka immer von der gleichen Person ausgeschenkt wird, hat man am naechsten Tag keinen Kater! Also immer beachten :-)