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Willkommen auf unserer Seite! > Reiseberichte von unserer Weltreise 02.08.2010-20.09.2011 > Die Mongolei

Die Mongolei

Ulan Bator und die Gobiwueste

29.08.2010:

Am 16.08.2010 haben wir uns mit der Transmongolischen Eisenbahn aufgemacht in Richtung Mongolei und Ulan Bator. Im Allgemeinen wird diese Strecke auch Transsibierische Eisenbahn genannt, die eigentliche Transsib geht aber bis Vladivostok. Unser Zug ging morgens um 5 Uhr, deshalb haben wir uns gar keine Nacht mehr im Hostel eingebucht, sondern sind noch im Hostel geblieben und dann morgens um 2 Uhr zum Bahnhof gegangen. Haben dann noch Bekanntschaft mit 2 Russen gemacht, die uns ueberhaupt nicht verstanden haben. Nun gut.

Unser Zug war diesmal einer der aelteren Generation, die Abteile waren OK, die Toiletten ohne Worte. Nun erst wussten wir welchen Luxus wir im ersten Abschnitt bis Irkutsk hatten. Ein Glueck hatten wir beim laengeren Abschnitt den besseren Zug erwischt. Diesmal ging die Fahrt ja "nur" 33 Std. :-)                                

An der Grenze zur Mongolei hatten wir dann 3,5 Std Aufenthalt. Zuerst wurden uns unsere Paesse abgenommen und wir warteten darauf sie zurueckzubekommen. Viele andere stiegen aus und wir dann etwas spaeter auch. Wir gingen dann noch zu einem Supermarkt um unsere letzten Rubel loszuwerden. Als wir dann am Bahnsteig zurueckwaren war kein Mensch mehr da, nur noch Grenzbeamte, die den Bahnsteig abgeriegelt hatten. Wir sind dann noch durchgelassen worden und wurden angehalten zu unserem Abteil zurueckzurennen. Konnten dann noch in unseren Wagong und in unser Abteil wo schon weitere Grenzbeamte warteten. Das war wohl aber nur das Ritual fuer die Passrueckgabe. Oh Mann. Dann komm noch ein weiterer Beamter, der die Stauraeume in den Abteilen durchsah. Wir hatten ja aber nichts zu befuerchten. Wieso wir allerdings die 3,5 Std hier standen, wird wohl ein mongolisches Geheimnis bleiben....                                           

Wir haben hier auch die Lok getauscht. Waehrend wir in Russland immer mit Strom und Oberleitung gefahren sind, fuhren wir dann ab der mongolischen Grenze mit Diesel.

In Ulan Bator angekommen, wurden wir auch schon von einer Mitarbeiterin des Hostels empfangen und abgeholt. Unser Hostel liegt am groessten Buddistischen Kloster der Mongolei. Viele andere wurden in den 30er Jahren von den Russen zerstoert. Wirklich schade drum. Ulan Bator selbst ist keine schoene Stadt. Es gibt sehr viele kommunistische Bauten und ueberall wird vor Taschendieben gewarnt. An unsere Fototasche waren sie auch dran, wir habens aber Gott sei Dank noch rechtzeitig gemerkt. Die Stadt dient fuer viele als Tor in die Natur der Mongolei. So haben wirs dann auch gehandhabt und uns gleich am ersten Tag nach einer Tour umgeschaut. Wir entschieden uns dann fuer eine Tour in die Wueste Gobi, eigentlich dachten wir die Wueste Gobe laege zu weit, als dass wir sie in 9 Tagen erreichen koennten und wieder zurueck in Ulan Bator sein wuerden. Aber das sah doch ganz gut aus. Wir konnten dann allerdings einen Tag spaeter als urspruenglich geplant aufbrechen, so konnten wir aber noch einen Tag im Terelji Nationalpark in einer sogenannten Jurte uebernachten. So nennt sich das typische Normadenzelt der Mongolen. Wir dachten ja eigentlich, dass die Jurten nur noch fuer die Touristen am Leben erhalten werden. Die Leute ausserhalb der grossen Staedten wohnen tatsaechlich noch in den Zelten. Allerdings haben sie Ihren nomadischen Lebensstil aufgegeben. Sie halten sich Ziegen und z.B. Kamele und nutzen das, was die Tiere bieten. Verkaufen dann noch das Fell der Ziegen (daraus wird Kaschmere gemacht). In den Jurten schlaeft dann die ganze Familie (das ist nur ein Raum) und das ganze Leben spielt sich hier ab. Echt heftig. Viele bieten in einer Gaestjurte Unterkunft fuer Touristen an. Und so haben wir dann auch dort geschlafen.

Im Nationalpark sind wir dann noch gewandert, hatten allerdings etwas Pech mit dem Regen. Ausserdem sind wir ne Runde ausgeritten. Im Terelji gibt es einen Felsen, der wie eine grosse Schildkroete aussieht-den Turtle Rock. Leider haben wir den nur von weitem gesehen. Krass ist, dass es mitten in dieser wunderschoenen Natur einen Golfclub gibt mit Luxushotel und Spa. Wir konnten es kaum glauben. Hoffentlich machen die Mongolen nicht den Fehler und schenken Ihre Natur noch weiter her.

Am naechsten Morgen machten wir uns dann auf den Weg nach Ulan Bator wo unsere Tour schon auf uns wartete. Mit einem sowjetichen Kastenwagen aus einer anderen Zeit ging es los auf Strassen fuer die der Begriff Schlagloch erfunden wurde. Das war wirklich unglaublich. Teilweise waren sie so tief, dass unser Fahrer auf den Greunstreifen daneben ausgewichen ist. Und das ganze ohne Gurte. Fuers Anschnallen wird in Ulan Bator gerade uebrigens ueberall Werbung gemacht! ;-)

Unser Fahrer-Tsa- war ne Mischung aus jungem Schumi und Walter Roehrl. Wie der ueber die Feldwege gebrettert ist, unglaublich. Aber richtig witzig wars. Tagsueber hat unser Guide gekocht und abends sind wir als Gaeste bei Nomaden untergekommen. Aufgefallen ist uns wie leise es in der Wueste war. Totaler Gegenteil zu Ulan Bator. Wir haben dann immer wieder Halt an den Highlights der Gobiwueste gemacht, so z.B. die Flaming Rocks und an verschiedenen weiteren Felsformationen. Ausserdem sind wir 300m hohe Sandduenen hochgeklettert.

30.08.2010:

Eine Nacht haben wir in einer Jurte zusammen mit einer Nomadenfamilie verbracht. Alles schliefen auf dem Boden, wir hatten das Glueck noch ein freies Bett zu bekommen. Vorher assen wir noch alle zusammen, es gibt die Essensregel, dass die Frauen rechts vom Essen sitzen und die Maenner links, wenn man in die Jurte reinschat-ganz wichtig! Die Frau des Hauses hat dann angefangen traditionelle mongolische Lieder zu singen. Anschliessend gabs dann Wodka:  Es gibt einen, der den ganzen Abend ausschenkt. Er reicht dann das eingeschenkte Glas weiter und man darf es nicht weitergeben, sondern muss es immer an den Ausschenker zurueckgeben. Vor dem Wodka musste dann jeder aus seinem Heimatland ein traditionelles Lied anstimmen. Als wir dann unser "Hoch auf dem goldnen Wagen" zum besten gegeben haben, gabs natuerlich kein Halten mehr!!! ;-) Dann gabs noch leckeren Milchtee mit Kamelmilch, das ist Schwarztee, der mit viel Kamelmilch aufgegossen und dann nochmal aufgekocht wird.

Da es in den Jurten keine Moeglichkeit zum Duschen gibt, haben wir einmal in einer Stadt Halt gemacht und dort im oeffentlichen Duschhaus geduscht. Viele Einheimische kamen auch vorbei (wahrscheinlich war der Sonntag grosser Badetag) :-) Keine Angst-jeder bekam seinen eigenen kleinen abschliessbaren Duschraum zugeteilt! Noch nie hat ne Dusche so gut getan!

Am 26.08.2010 haben wir uns dann auf den Weg gemacht mit der Transmongolischen Eisenbahn Richtung Peking. Die Mongolei ist ein tolles Land und hat wirklich viel zu bieten. Wir haben traumhafte Landschaften gesehen. Man kann nur hoffen, dass sie sich diese Urspruenglichkeit erhalten kann!

Baischrla, Mongolia!

 

Auto fahren in der Mongolei
(by Ramona)

Man nehme einen ca. 25 Jahre alten Sowjetkastenwagen. Der Tacho darf gerne schon kaputt sein, wichtig ist, dass im Motorbereich (zwischen Fahrer und Beifahrer) und Fussbereich alle Kabel gut sichtbar sind um zwischendurch mal schnell was reparieren zu koennen. Dafuer auch immer ein Sammelsurium aus alten Autoteilen und ganz wichtig: Klebeband mitfuehren!
Lustige Bastelstunden am und unterm Auto sind taeglich abends oder ggf. spontan an der Strasse durchzufuehren. (Bsp. Radwechsel, Tuer anschweisen, Getriebe warten etc.)
Sicherheitsgurte werden auf mongolischen Strassen (es stellt sich spaeter heraus in ganz Asien) voellig ueberbewertet, sie eignen sich z.B. auch wunderbar um die Autotuer festzubinden.
Eine Hupe koennen 2 lose Kabel ersetzen, die bei Badarf (eben mit etwas Zeitverzoegerung) kontaktiert werden. Die Hupe ist unter anderem auch zu betaetigen, wenn man an buddhistischen Steinhaufen vorbeikommt.

Fuer ein besseres Fahrgefuehl sollte auf keinen Fall auf bunte Vorhaenge im Blumendesign verzichtet werden.

kleine Anmerkung: "Die sogenannten Strassen sind mit Fahrspuren durch die Wildnis gleichzusetzen."

Die Verkehrsregeln  :-)

1) Bitte auf keinen Fall anschnallen, der Fahrspass ist nur halb so gross, wenn man waehrend der Fahrt nicht auch mal beim Vordermann vorbeischaut bzw. hopst. (deshalb auch darauf achten, dass die Haltegriffe fehlen)

2) Schlagloechern und Graeben nie ausweichen, wenn Zeit bliebt bremsen, sie langsam und schraeg anfahren, tauchen sie spontan auf oder fehlt die Brille-einfach drueberbrettern.

3) Strassenschildern keine Beachtung schenken-sie existieren (ausserhalb der Hauptstadt) nicht.

4) Tote, halb angefressene Tiere tauchen in regelmaessigen Abstaenden an oder auf der Strasse auf, ggf. die Strasse verlassen und einige Meter daneben weiterfahren.

5) Ueberholen: Andere Verkahrsteilnehmer oder Tierherden (Kamele, Schafe, Ziegen, Pferde..) ggf. durch verlassen der Strasse ueberholen.

6) Um zu verhindern, dass die Mitfahrer einschlafen falls die Strasse (was selten vorkommt)von sich aus kaum Schlagloecher oder Graeben bietet, die Strasse verlassen und ueber Grassbueschel neben der Strasse jumpen.

7) Zur Unterhaltung genuegt fuer eine einwoechige Tour 1 Kassette mit mongolischer, englischer und der schlechtesten deutschen Musik ueberhaupt die sich dann problemlos taeglich 2 mal abspielen laesst.

8) In der Stadt darauf achten, dass man erst dann faehrt, wenn ein Fussgaenger vorbeikommt, den kann man dann prima erschrecken. Das allgemeine Verkahrschaos dort tut dann sein uebriges....

In diesem Sinne: GUTE FAHRT-SPASS MACHTS!!! :-)


Unsere Route:

Erdenedalay village

Bayanzag (Flaming cliffs)

Sand dunes

Ice valley

Dalanzadgad town

Tsagaan suvarga

Rock formation